1. Einleitung
Mit diesem Leitfaden wurde eine speziell auf kleine Backbetriebe zugeschnittene Hilfestellung entwickelt, um dem Betrieb die Erstellung des Explosionsschutzdokuments zu erleichtern. Die Checklisten und Tabellen im Leitfaden Explosionsschutzdokument für handwerkliche und kleine Backbetriebe können als Vorlagen für das Explosionsschutzdokument dienen.
In vielen Backbetrieben sind brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube anzutreffen, die mit Luft explosionsfähige Gemische bilden können. Eine wirksame Zündquelle kann diese zur Explosion bringen. Demnach sind Explosionsgefährdungen durch Mehl- bzw. Getreidestaub, Gase (z. B. Flüssiggas) oder brennbare Flüssigkeiten (z. B. Backtrennmittel) unter bestimmten Umständen vorhanden.
Explosionen können Menschen gefährden und zu hohen Sachschäden führen. Sachschäden, Produktionsausfälle und Imageverlust können besonders für kleine und mittelständische Unternehmen existenzbedrohend sein.
Die Anforderungen zum betrieblichen Explosionsschutz werden sowohl in der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), als auch in der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt.
Unternehmer (auch ohne Beschäftigte), in deren Betrieben gefährliche explosionsfähige Atmosphäre auftritt, müssen die entsprechenden Gefährdungen beurteilen und dies im Explosionsschutzdokument dokumentieren. Anlagen mit gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre sind nach BetrSichV überwachungsbedürftige Anlagen, die vor Inbetriebsnahme und wiederkehrend auf Explosionssicherheit durch eine zur Prüfung befähigte Person zu prüfen sind |
Dieses Dokument ist bei Änderungen am Arbeitsort bzw. des Arbeitsprozesses so zu aktualisieren, dass es den veränderten Gegebenheiten Rechnung trägt. Das Explosionsschutzdokument muss jederzeit verfügbar sein.
Mit dem Explosionsschutzdokument hat der Betrieb nachzuweisen,
- dass die Explosionsgefährdungen ermittelt und einer Bewertung unterzogen worden sind,
- dass angemessene Vorkehrungen getroffenen werden, um die Ziele des Explosionsschutzes zu erreichen (Darlegung einen Explosionsschutzkonzeptes),
- ob und welche Bereiche in Zonen eingeteilt wurden,
- für welche Bereiche welche Explosionsschutzmaßnahmen getroffen wurden,
- wie die Vorgaben für den Einsatz von Fremdfirmen umgesetzt werden und
- welche Prüfungen durchzuführen sind.
Dabei sind folgende Fragen zu beantworten:
- Kann im Bereich der zu beurteilenden Anlage oder im Inneren von Apparaturen explosionsfähige Atmosphäre auftreten?
- Welche Mengen explosionsfähiger Atmosphäre können vorhanden sein oder entstehen und wo können sie auftreten?
- Sind die zu erwartenden Mengen explosionsfähiger Atmosphäre gefahrdrohend? Nur in diesem Fall ist eine Zoneneinteilung erforderlich.
- Welche wirksamen Zündquellen sind vorhanden?
- Mit welcher Wahrscheinlichkeit werden diese wirksam?
- Mit welchen Auswirkungen von Explosionen ist zu rechnen?
In den Anlagen zum Explosionsschutzdokument werden Dokumente des Betriebes, die für den Explosionsschutz relevant sind, abgelegt.