4 Glossar


Arbeits­stätte Arbeitsstätten sind:
  1. Arbeitsräume oder andere Orte in Gebäuden auf dem Gelände eines Betriebes,
  2. Orte im Freien auf dem Gelände eines Betriebes,
  3. Orte auf Baustellen,

(2) Zur Arbeitsstätte gehören insbesondere auch:
  1. Orte auf dem Gelände eines Betriebes oder einer Baustelle, zu denen Beschäftigte im Rahmen ihrer Arbeit Zugang haben,
  2. Verkehrswege, Fluchtwege, Notausgänge, Lager-, Maschinen- und Nebenräume, Sanitärräume, Kantinen, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte sowie
  3. Einrichtungen, die dem Betreiben der Arbeitsstätte dienen, insbesondere Sicherheitsbeleuchtungen, Feuerlöscheinrichtungen, Versorgungseinrichtungen, Beleuchtungsanlagen, raumlufttechnische Anlagen, Signalanlagen, Energieverteilungsanlagen, Türen und Tore, Fahrsteige, Fahrtreppen, Laderampen und Steigleitern.
Beinraum Ist der unverstellte Bereich unter der Tischplatte, der für Beine und Füße zur Verfügung steht.
   
Benutzer­fläche Benutzerflächen im Bürobereich sind unverstellte Bodenflächen an Arbeits- und Besprechungsplätzen oder einzelnen Möbeln, die zu einer funktions- und sachgerechten Ausübung der jeweiligen Tätigkeit für den Benutzer mindestens erforderlich sind.
   
Betrieb­liche Gesund­heits­förderung (BGF) Betriebliche Gesund­heits­förderung umfasst alle Maßnahmen des Betriebes, die das Ziel haben, durch Stärkung der Gesundheitskompetenz und Gestaltung gesundheitsförderlicher Bedingungen (Verhalten und Verhältnisse) die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten zu verbessern. Hierbei kann es sich auch um punktuelle, zeitlich befristete Einzelmaßnahmen handeln.
   
Betrieb­liches Gesund­heits­manage­ment (BGM) Betriebliches Gesundheitsmanagement umfasst die systematische Entwicklung und Steuerung betrieblicher Strukturen und Prozesse mit dem Ziel, durch gesundheitsförderliche Gestaltung der Arbeit und Organisation und Befähigung zum gesundheitsförderlichen Verhalten die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten zu erhalten und zu fördern.
   
Beur­teilungs­pegel Der Beurteilungspegel ist der zeitliche Mittelwert des Schalldruckpegels der an einem Arbeitsplatz oder während einer Tätigkeit auftretenden Schallereignisse über einen festgelegten Zeitraum (zum Beispiel über eine Stunde oder einen Arbeitstag)
   
Elektro­fachkraft Bezeichnet in deutschsprachigen Ländern eine Person, die auf Grund ihrer Ausbildung, Kenntnissen und Erfahrungen sowie Kenntnissen der einschlägigen Bestimmungen, die übertragenen elektrotechnische Arbeiten beurteilen kann und ausführen darf.
   
Emotions­arbeit Personenbezogene Tätigkeiten mit Dritten (z. B. Kundinnen und Kunden, Klientinnen und Klienten, Patientinnen und Patienten) können es erforderlich machen, eigene Emotionen sowie die Dritter zu verstärken, abzuschwächen oder umzuwandeln. Ziel ist es dabei, mit etwa verärgerten oder schlecht gelaunten Kundinnen und Kunden sachlich zu kommunizieren und dabei (1) entstehende nicht angemessene eigene Emotionen zu unterdrücken, (2) so auf Dritte zuzugehen, dass erst gar keine negativen Emotionen entstehen (z. B. "immer Lächeln", "Wind aus den Segeln nehmen") und (3) so auf Dritte einzuwirken, dass sich ihre negativen Emotionen (z. B. Ärger, Wut, Traurigkeit) nicht nur abschwächen, sondern in positive Emotionen (Freude, Begeisterung) umwandeln, um etwa die Bindung zu Kunden zu stärken. Durch Emotionsarbeit kann es zu Beeinträchtigungen (z. B. psychische Sättigung, Stress) kommen, die sich durch Aufgabenwechsel, zusätzliche Pausen, Training und Supervision reduzieren lassen.
   
Emotionale Inan­spruch­nahme Eine emotionale Inanspruchnahme findet dann statt, wenn der Arbeitsprozess zu Empfindungen anregt und durch den Einsatz von Anstrengung und Energie positive oder negative Gefühle oder Stimmung (z. B. Ärger oder Freude) entstehen.
   
Farb­wieder­gabe­index Der Farbwiedergabeindex (Ra) ist eine dimensionslose Kennzahl und gibt Auskunft, wie Farben im Licht einer Lampe wiedergegeben werden. Je höher der Wert, desto naturgetreuer ist die Farbwiedergabe.
   
Hörsamkeit Hörsamkeit im Bürobereich bezeichnet die Eignung eines Raums für verschiedene Formen der Kommunikation.
   
Leser­lichkeit Die Leserlichkeit ist ein Maß für die Erkennbarkeit von Text und Zeichen. Ein Text mit einer guten Leserlichkeit lässt sich schnell und fehlerfrei lesen. Die Leserlichkeit hängt mit der Gestaltung von Buchstaben, Zeilen, Kontrasten und Flächen direkt zusammen.
   
Leucht­dichte L Hierbei handelt es sich um die Lichtstärke bezogen auf eine Flächeneinheit, angegeben in Candela pro Quadratmeter (cd/m²).
   
Licht­durch­lässige Flächen sind Flächen in Fenstern, Türen, Wänden oder Oberlichtern, die aus Glas, Kunststoff oder anderen transparenten Materialien bestehen.
   
Nach­hallzeit Unter der Nachhallzeit versteht man die Zeit, die vergeht, bis sich der Schalldruckpegel zum Beispiel nach einem Knall um 60 dB reduziert hat.
   
Nutzungs­kontext Nach DIN EN ISO 9241-11 beschreibt der Begriff Nutzungskontext den gesamten Zusammenhang zwischen Menschen und ihrer Arbeitsaufgabe und den zugehörigen Arbeitsmitteln (Hardware, Software und Materialien). Der Nutzungskontext wird auch durch die physische und soziale Umgebung beeinflusst, in der Arbeitsmittel genutzt werden oder Tätigkeiten stattfinden.
   
Psychische Sättigung Ein Zustand der nervös-unruhevollen, stark affektbetonten Ablehnung einer sich wiederholenden Tätigkeit oder Situation, bei der das Erleben des Auf-der-Stelle-Tretens oder des Nicht-weiter-Kommens besteht. (DIN EN ISO 10075-1). Eine zunächst als angenehm oder neutral empfundene Tätigkeit verliert durch häufige Wiederholungen den positiven Aufforderungscharakter für die handelnde Person. Es entsteht dann eine ausgeprägte Abneigung gegenüber dieser Handlung. In der Studie "Psychische Sättigung" der finnischen Psychologin Anitra Karsten heißt es: Diese Abneigung "steigert sich unter Umständen so weit, dass die Person trotz eines gewissen äußeren Zwanges und trotz guten Willens und großer Anstrengung die Arbeit fortzuführen, diese Arbeit nicht mehr ausführen ‚kann‘ und daher abbricht".
   
Psychoso­zial (Arbeits­bedin­gungen) Psychosoziale Bedingungen beziehen sich auf psychische Faktoren (Wahrnehmen, Denken, Handeln, Empfinden) in einem sozialen Zusammenhang (d. h. gerechte Aufgabenverteilung in einer Arbeitsgruppe; Normen innerhalb von Arbeitsgruppen regeln Erwartungen an die Arbeitsleistung).
   
Rutsch­hemmung Rutschhemmung ist eine Eigenschaft der Fußbodenoberfläche, die das Ausrutschen wirksam verhindert.
   
Serifen­lose Schrift Serifenlose Schrift
   
Tages-Lärm­expo­sitions­pegel Der Tages-Lärmexpositionspegel ist der über die Zeit gemittelte Lärmexpositionspegel bezogen auf eine Achtstundenschicht. Er umfasst alle am Arbeitsplatz auftretenden Schallereignisse.
   
UGR-Wert Die Abkürzung UGR steht für Unified Glare Rating. Der UGR-Wert ist eine rechnerische dimensionslose Kennzahl, die etwas über den Grad der psychologischen Blendung einer Beleuchtungsanlage für eine definierte Beobachterposition im Raum aussagt.
   
Verdrän­gungs­raum Der Verdrängungsraum eines Bodenbelags ist der zur Geh-Ebene hin offene Hohlraum unterhalb der Geh-Ebene zur Aufnahme oder Ableitung von gleitfördernden Stoffen.
   
Vorge­sehene Bild­schirm­beleuch­tungs­stärke Maximal zulässige Beleuchtungsstärke auf dem Bildschirm durch die Umgebungsbeleuchtung.
   
Wunsch­vorsorge Nach § 11 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und § 5a Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) hat der Arbeitgeber dem Beschäftigten auf seinen Wunsch hin zu ermöglichen, sich regelmäßig arbeitsmedizinisch beraten und untersuchen zu lassen. Der Anspruch besteht nur dann nicht, wenn auf Grund der Gefährdungsbeurteilung und der getroffenen Schutzmaßnahmen nicht mit einem Gesundheitsschaden zu rechnen ist.