Frage 26: Was heißt Luftqualität? |
Die Luftqualität beschreibt den Gehalt, das Zusammenspiel und die Auswirkungen chemischer und biologischer Stoffe sowie von Stäuben in der Luft am Arbeitsplatz.
Die Qualität der Raumluft wird von der Außenluft durch die natürliche Lüftung oder von der Zuluft aus Lüftungs- bzw. Klimaanlagen bestimmt. Außerdem wird die Raumluftqualität vom Verhalten der Beschäftigten, von der Raumnutzung, z. B. Anzahl der Beschäftigten, benutzte Geräte, und durch raumbedingte Verunreinigungen, z. B. Staub oder Ausdünstungen aus Baumaterialien und Einrichtungen, beeinflusst.
Zur Beurteilung der Innenraumluftqualität können die toxikologisch abgeleiteten Innenraum-Richtwerte (RW I, RW II) vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) und die Innenraum-Arbeitsplatzreferenzwerte (IRW) der Unfallversicherungsträger herangezogen werden [3].
Für die IRW wurden die seit 2001 durchgeführten Messungen statistisch ausgewertet und für mehr als 40 Einzelstoffe abgeleitet. Die IRW können für eine vergleichende Bewertung eines Stoffes in der Innenraumluft herangezogen werden, geben jedoch keinen Aufschluss über eine Gesundheitsgefährdung.
Eine Vorgehensempfehlung zur Ermittlung und Beurteilung der Innenraumluftqualität am Arbeitsplatz wird z. B. auf der IFA-Internetseite. (IFA – Praxishilfen: Innenraumarbeitsplätze – Raumluftqualität (dguv.de)) zur Verfügung gestellt.
Frage 27: Was heißt Luftqualität? Was ist eigentlich verbrauchte Luft und ist sie gesundheitsschädlich? |
In Büros sind meist Menschen die Hauptemissionsquelle für Kohlendioxid (CO2). Der in der eingeatmeten Luft enthaltene Sauerstoff (O2) wird im menschlichen Körper verstoffwechselt und mit der Ausatmung wird CO2 abgegeben. Wir empfinden die Raumluft als verbraucht, wenn der CO2-Anteil deutlich angestiegen ist und sich Ausdünstungen aus Materialien und Körperausdünstungen angereichert haben. CO2 kann in Büros als Indikator für verbrauchte Luft herangezogen werden. In der ASR A3.6 "Lüftung" und vom Umweltbundesamt werden CO2-Konzentrationen genannt (Tabelle 8), ab denen insbesondere vermehrt gelüftet werden soll oder andere Maßnahmen eingeleitet werden sollen (z. B. Reduzierung der Raumbelegung).
Tabelle 8 CO2-Konzentration als Maß für die Beurteilung der Luftqualität
| Außenluftkonzentration | ca. 420 ppm |
| "Gute" Innenraumluft | < 1000 ppm |
| Auffällige Innenraumluft | < 2000 ppm |
| Hygienisch bedenkliche Innenraumluft | > 2000 ppm |
Auch eine merklich angestiegene Lufttemperatur trägt zu diesem Empfinden bei. Die Sauerstoffkonzentration ist trotz verbrauchter Luft, z. B. in ungenügend gelüfteten Büroräumen, unverändert.
Verbrauchte Luft in Büroräumen oder Sitzungssälen ist für Beschäftigte nicht gesundheitsschädlich. Allerdings wird dies als unbehaglich empfunden und es können die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sinken, die Fehlerquote ansteigen und eventuell z. B. Kopfschmerzen auftreten.
Frage 28: Was kann gegen verbrauchte Luft getan werden? |
Wichtig ist Lüften, Lüften, Lüften:
Frage 29: Welche Stoffe können im Büro auftreten und können diese die Gesundheit beeinträchtigen? |
Die Belastung mit Stoffen in Büros ist im Allgemeinen sehr gering. Nur mit aufwändigen Messverfahren lassen sich viele Stoffe überhaupt erst nachweisen, z. B. flüchtige organische Stoffe (VOC), Formaldehyd, Holzschutzmittel, Fasern, und künstliche Aromastoffe. Daneben können in Innenräumen weitere Stoffe wie CO2 (siehe Frage 27), Lösemittel, Siloxane und Stäube nachgewiesen werden.
Ob diese Stoffe die Gesundheit beeinträchtigen können, hängt stark von der jeweiligen Konzentration ab. Die Konzentrationen dieser Stoffe liegen meist unter den Innenraum-Richtwerten. Eine Gesundheitsgefährdung ist dann in der Regel nicht gegeben. Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) nach Gefahrstoffverordnung liegen deutlich höher als Innenraum-Richtwerte und werden zur Beurteilung von Arbeitsplätzen, an denen mit Gefahrstoffen gearbeitet wird, herangezogen. Sie gelten nicht für Innenräume, in denen keine Tätigkeiten mit Gefahrstoffen stattfinden.
In Einzelfällen kann jedoch eine detaillierte Untersuchung der Belastung sinnvoll sein (siehe IFA – Praxishilfen: Innenraumarbeitsplätze – Raumluftqualität > dguv.de). Ziel hierbei soll das Auffinden und Beseitigen der Belastungsquelle sein. Eine messtechnische Abklärung ist nicht immer zielführend.
Frage 30: Können Stoffe, die durch Lüften ins Büro gelangen, die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen? |
Lüften sorgt für den erforderlichen Austausch von verbrauchter Innenraumluft mit frischer Außenluft. Bei der freien Lüftung gelangen partikelförmige Stoffe wie Staub und Pflanzenpollen sowie weitere Bestandteile der Außenluft ins Büro. Bei der technischen Lüftung findet eine Reinigung der zugeführten Außenluft über Filter statt. In diesen Filtern werden die partikelförmigen Stoffe zum Großteil herausgefiltert.
Neben Feinstaub werden Stickstoffdioxid und Ozon als Indikatoren für die Außenluftqualität angesehen. Feinstaub und Stickstoffdioxid stammen überwiegend aus Verbrennungsprozessen in Industrie und Verkehr und konnten in den letzten Jahren durch technologische Fortschritte deutlich reduziert werden.
Eine Beeinträchtigung der Gesundheit von Beschäftigten durch diese Luftbestandteile ist im Büro in Deutschland in der Regel nicht gegeben.
Allergiker und Allergikerinnen leiden je nach Jahreszeit und Stärke des Pollenfluges unter den natürlichen Bestandteilen der Luft. Die Pollenbelastung an Büroarbeitsplätzen ist in diesen Fällen in etwa mit der Belastung der Außenluft gleichzusetzen.
Es ist davon auszugehen, dass gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Allergien im Zuge des Klimawandels weiter zunehmen werden [4]. Die Veränderungen der Lufttemperatur und des Niederschlags wirken sich auch auf den Lebensraum von Tieren und Pflanzen aus. Dies hat vor allem bei Pflanzen, die Allergien auslösen können, Einfluss auf die Gesundheit von Beschäftigten. Aufgrund steigender Temperaturen produzieren einige Pflanzen mehr Pollen und das allergene Potential einzelner Pollenarten kann sich durch den Anstieg von CO2 in der Atmosphäre verstärken. Dies hat zur Folge, dass sich bei Betroffenen die Symptome der Allergie verlängern oder verstärken können.
Frage 31: Wirkt sich der Betrieb von Druckern und Kopiergeräten im Büro auf die Luftqualität aus? |
Laserdrucker und Kopierer setzen heutzutage kaum messbare Mengen an Gefahrstoffen, z. B. Ozon, frei. Die gängige Laserdruckertechnologie arbeitet völlig ozonfrei. Zudem verfügen viele Geräte über Filter, so dass bei einem ordentlich gewarteten Gerät keine Probleme auftreten. Gleiches gilt für Tonerstaub. Die möglichen Staubemissionen während des Druckens bestehen vor allem aus Papierstaub.
Bei Tintenstrahldruckern wird meist Alkohol (Isopropanol) als Lösemittel der Tinten verwendet. Dieser wird beim Drucken freigesetzt, so dass er in der Nähe des Druckers wahrgenommen werden kann.
Geräte mit dem Blauen Engel (Vergabekriterien: DE UZ 177, DE UZ 219, DE UZ 14a) zeichnen sich durch besonders geringe Emissionen aus [5]. Dabei werden die Emissionen von Gerät, Toner/Tinte und Papier erfasst. Nur wenn alle drei Komponenten emissionsarm sind, kann das "System Drucker" emissionsarm betrieben werden.
Bei der Verwendung von Druckern und Kopierern und insbesondere bei der Reinigung und Wartung sind Schutzmaßnahmen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen, z. B. das Aufstellen des Gerätes in einem gesonderten Raum und eine ausreichende Lüftung. Wartungs- und Servicearbeiten sind von Servicetechnikerinnen und Servicetechnikern durchzuführen (siehe auch BAuA, Einfaches Maßnahmenkonzept (EMKG)).
| Weiterführende Informationen |
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Frage 32: Was ist bei der Verwendung von 3D-Tischdruckern zu beachten? |
Seit einigen Jahren sind auch 3D-Tischdrucker aus dem modernen Büroalltag nicht mehr weg zu denken. In Büros werden insbesondere Prototypen, Modelle und Kunst- oder Werbeobjekte gefertigt. Je nach Fertigungsverfahren und Werkstoff können Emissionen, z. B. Gerüche und VOC, auftreten, die durch einen sicheren Betrieb und eine Anwendung nach Herstellerangaben verringert werden können. Werden 3D-Tischdrucker bestimmungsgemäß verwendet, gelten die gleichen Schutzmaßnahmen wie bei Druckern und Kopierern.
Bei der Anschaffung von 3D-Tischdruckern sollte darauf geachtet werden, dass die Geräte eine CE-Kennzeichnung besitzen und in einem gut zu lüftenden separaten Raum auf einer feuerfesten Unterlage aufgestellt werden.
| Weiterführende Informationen |
Frage 33: Welchen Einfluss haben Möbel, Wandfarben und ähnliches sowie Arbeitsmittel auf die Luftqualität im Büro? |
Ausdünstungen und Gerüche aus heute üblichen Baustoffen, Möbeln, Wandfarben, Bodenbelägen, Geräten sowie aus üblichen Arbeitsmitteln, wie Faser- oder Tintenstiften, Korrekturflüssigkeiten, Klebern und Flüssigmarkern, haben in normal gelüfteten Büroräumen einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Luftqualität. Solche Ausdünstungen lassen sich in jedem Büro wie auch im häuslichen Bereich in sehr geringen Konzentrationen nachweisen. In den ersten Wochen nach Renovierungsarbeiten oder dem Einbringen neuer Einrichtungsgegenstände können störende Ausdünstungen und Gerüche durch ein verstärktes Lüften schneller beseitigt werden.
Bei der Einrichtung kann bereits darauf geachtet werden, dass emissionsarme, z. B. mit Blauem Engel gekennzeichnete, Büromöbel, Wandfarben und ähnliches angeschafft bzw. eingesetzt werden.