13 Mit Gehörschutz richtig hören

Mit Gehörschutz hört man anders. Je nach Konstruktion des Gehörschützers wird der Klangeindruck verändert. Daran kann man sich meist gewöhnen. Falls nicht oder bei besonderen Anforderungen (Gespräche im Lärm, Hören von Signalen oder Maschinengeräuschen) und bei Personen mit Hörminderung empfiehlt es sich, Gehörschutz mit einer flachen Dämmkurve zu verwenden. Zu hohe Schalldämmung (Überprotektion) ist zu vermeiden.

Einige Herstellfirmen von Gehörschutz geben an, dass ihr Gehörschutz (ohne elektronische Einbauten) nur schädlichen Lärm zurückhält und für Sprache durchlässig ist. Dies ist aus technischen Gründen gar nicht möglich.

Gehörschutz mit dem Kennzeichen W oder X weisen eine flache Dämmkurve auf (siehe Abbildung 13, Abschnitt 6.1). Das bietet die besten Voraussetzungen für eine gute Sprachverständlichkeit. Diese Gehörschützer werden in der Liste "Alle dem IFA gemeldeten Gehörschützer mit EU-Baumusterprüfbescheinigung" aus der IFA-Datenbank (Positivliste, siehe auch Anhang 12 der DGUV Regel 112-194 "Benutzung von Gehörschutz") entsprechend gekennzeichnet.

Gehörschutz mit elektronischer pegelabhängiger Dämmung ermöglicht in Lärmpausen ein fast "normales Hören". Bei starkem Lärm wirkt er wie herkömmlicher Gehörschutz.

An Arbeitsplätzen mit hohem Kommunikationsbedarf kann der Einsatz von Gehörschutz mit Kommunikationseinrichtung sinnvoll sein (maximal zulässige Expositionswerte beachten).