2 Beurteilungsgrößen für das Raumklima

2.1 Physikalische Parameter des Raumklimas sowie personenbezogene Parameter

Das Raumklima wird durch die nachfolgend genannten physikalischen Parameter bestimmt:

Neben diesen physikalischen Parametern bestimmen die

die Belastung der Beschäftigten durch das Raumklima und müssen bei der Beurteilung berücksichtigt werden.

Für eine einheitliche Beurteilung der verschiedenen Kombinationen aus den physikalischen und personenbezogenen Parametern können unterschiedliche Klimasummenmaße herangezogen werden. Dabei sind die Klimasummenmaße je nach Arbeitsumgebung und Einfluss der unterschiedlichen Parameter zu wählen.

Die thermische Belastung von wärmebelasteten Arbeitsplätzen kann durch die Normal Effektiv Temperatur (NET) mit Hilfe des Nomogramms nach Yaglou ermittelt werden. Im Risikograph Klima für wärmebelastete Arbeitsplätze wird dieses Klimasummenmaß stark vereinfacht angewandt. (Anhang 3)

Ist der Anteil an Wärmestrahlung maßgeblich für die thermische Belastung kann eine Beurteilung mittels Wet Bulb Globe Temperature (WBGT) erfolgen. Dieses Klimasummenmaß wird zum Beispiel auch für Arbeitsplätze im Freien angewandt, die in dieser DGUV Information nicht weiter betrachtet werden. Mit der sogenannten Globetemperatur kann annähernd die mittlere Strahlungstemperatur bestimmt werden.

Eine Besonderheit stellen Hitzearbeitsplätze dar. Hitzearbeit ist Arbeit, bei der es in Folge kombinierter Belastung aus Hitze, körperlicher Arbeit und ggf. Bekleidung zu einer Erwärmung des Körpers und damit zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur kommt.

Für Arbeitsplätze, die im Behaglichkeitsbereich liegen, wie Büroarbeitsplätze, kann das vorausgesagte mittlere Votum (Predicted Mean Value, PMV) und der vorausgesagte Anteil an unzufriedenen Personen (Predicted Percentage of Dissatisfied) als Klimasummenmaß angewendet werden.

2.2 Einflüsse auf das Raumklima

Das Raumklima wird durch folgende Faktoren bestimmt:

Darüber hinaus kann das Raumklimaempfinden von folgenden Faktoren beeinflusst werden:

Bei der Beurteilung des Raumklimas reicht es nicht aus, die momentan vorherrschenden physikalischen Parameter messtechnisch zu erfassen. Es sollten alle Faktoren berücksichtigt werden. Beim Ableiten von Maßnahmen sollte auch der ungünstigste Fall betrachtet werden z. B. Sommerhitze oder Kälte im Winter.

Hinweis

Thermisches Unbehagen kann neben einer zu hohen oder zu geringen Lufttemperatur auch durch folgende Faktoren verursacht werden:
  • Abkühlung oder Erwärmung einzelner Körperbereiche, verursacht z. B. durch Zugluft. Zugluft ist eine zu hohe Luftbewegung, die zur örtlichen Abkühlung des menschlichen Körpers führen kann. Zugluft hängt ab von der Höhe der Lufttemperatur, Luftgeschwindigkeit und dem Turbulenzgrad (ein Maß für die Luftverwirbelung).
  • zu große vertikale oder horizontale Temperaturdifferenzen. Unterschiedlich warme oder kalte Flächen, z. B. kaltes Fenster und gegenüberliegende warme Wand, warmes Fenster und gegenüberliegende kühle Wand, warmer Fußboden und kühle Decke, warme Decke und kühler Fußboden
  • zu hohe körperliche Belastung oder unangepasste Bekleidung
  • Sonneneinstrahlung über Fensterflächen
    Siehe auch DGUV Information 215-444 "Sonnenschutz im Büro".