Anhang 4:
Fragebogen zur Bewertung des Raumklimas in Büroräumen

Fragebogen zur Bewertung des Raumklimas in Büroräumen und büroähnlichen Bereichen.

Der Fragebogen ist eine Hilfestellung zur Beurteilung des Raumklimas an Büroarbeitsplätzen und ähnlichen Arbeitsplätzen. Falls eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet werden, können die beispielhaft aufgeführten Maßnahmen durchgeführt werden. Reichen diese nicht aus, sind weitergehende Untersuchungen durch Fachleute (Stufe 2 – Raumklimaanalyse) durchzuführen.


Lufttemperatur
Die Lufttemperatur liegt zwischen 20 °C und 22 °C, gelegentlich auch bis 26 °C und wird von den Beschäftigten als behaglich empfunden.
Trifft zu → in Ordnung (weiter: Sonneneinstrahlung)
Trifft nicht zu → siehe nachfolgende Fragen!
1. Liegt die Lufttemperatur im Büroraum unter 26 °C und empfinden die Beschäftigten diese als zu warm?
Ja

Maßnahmen:
  • ausreichende Lüftung vorzugsweise über Fenster
  • Raumlufttechnische Anlage oder Heizung entsprechend einstellen
  • geeignete Sonnenschutzvorrichtungen an Fenstern und Oberlichtern installieren
  • Sonnenschutzvorrichtungen benutzen
  • prüfen, ob Geräte mit geringerer elektrischer Leistung eingesetzt werden können
Nein
2. Liegt bei Außenlufttemperaturen unter 26 °C die Lufttemperatur im Büroraum häufig über 26 °C?
Ja

Maßnahmen:
  • ausreichende Lüftung vorzugsweise über Fenster Raumlufttechnische Anlage entsprechend einstellen
  • geeignete Sonnenschutzvorrichtungen an Fenstern und Oberlichtern einsetzen
  • Sonnenschutzvorrichtungen benutzen
  • prüfen, ob Geräte mit geringerer elektrischer Leistung eingesetzt werden können
Weitergehende Untersuchungen:
Fachleute hinzuziehen, um zu prüfen, ob
  • der Austausch von Fenstern
  • der Einsatz von technischen Geräten zur Kühlung
  • bautechnische Veränderungen im Raum oder am Gebäude
  • oder andere Maßnahmen sinnvoll sind, um die Lufttemperatur nachhaltig zu senken.
Nein
3. Liegt bei Außenlufttemperaturen über 26 °C die Lufttemperatur im Büroraum auch über 26 °C?
(siehe Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 Raumtemperatur)
Ja

Maßnahmen:
  • Raumlufttechnische Anlage entsprechend einstellen
  • verstärkte Nachtlüftung
  • Lüften in den frühen Morgenstunden
  • Fenster und Sonnenschutzvorrichtungen schon morgens schließen und Lamellen mit Sonnenstand mitführen
  • nur erforderliche elektrische Geräte in Betrieb nehmen
  • verstärkte Luftbewegung, z. B. Ventilatoren
  • Arbeitszeitverschiebung
  • geeignete Getränke bereitstellen
  • Bekleidungsregeln lockern
Nein
4. Liegt die Lufttemperatur im Büroraum unter 20 °C und empfinden die Beschäftigten diese als zu kalt?
(siehe Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 Raumtemperatur)
Ja

Maßnahmen:
  • Raumlufttechnische Anlage oder Heizung entsprechend einstellen
  • Heizstrahler, Heizmatten am Arbeitsplatz bereitstellen
  • Möglichkeit zur Aufwärmung in anderen Bereichen schaffen
  • geeignete Kleidung, Decken bereitstellen
  • Bewegungsabläufe in Arbeitsrhythmus einbauen, z. B. Treppen statt Aufzug nutzen, im Stehen telefonieren
Weitergehende Untersuchungen:
Fachleute hinzuziehen, um zu prüfen, ob
  • der Austausch von Fenstern,
  • der Einsatz von technischen Geräten zum Heizen,
  • bautechnische Veränderungen im Raum oder am Gebäude,
  • oder andere Maßnahmen sinnvoll sind, um die Lufttemperatur nachhaltig zu erhöhen.
Nein
5. Wird die Lufttemperatur im Kopf- und Fußbereich, bzw. innerhalb des Büroraumes unterschiedlich empfunden?
Ja

Weitergehende Untersuchungen:
  • Fachleute hinzuziehen, um zu prüfen, ob die horizontalen und vertikalen Luft- und Oberflächentemperaturunterschiede zu groß sind
Nein
Sonneneinstrahlung
6. Tritt für die Beschäftigten unangenehme Sonneneinstrahlung auf?
   Ja

Maßnahmen:
  • Arbeitsplatz anders anordnen
  • Sonnenschutzvorrichtungen benutzen
  • geeignete Sonnenschutzvorrichtungen an Fenstern und Oberlichtern installieren
   Nein
Luftfeuchte
Die Beschäftigten äußern keine Beschwerden hinsichtlich zu trockener oder zu feuchter Luft.
Trifft zu → in Ordnung (weiter: Luftgeschwindigkeit)
Trifft nicht zu → siehe nachfolgende Fragen!
7. Wird die Luft als unangenehm feucht empfunden?
   Ja

Maßnahmen:
  • mögliche Feuchteschäden lokalisieren und beseitigen
  • Regelung von mobilen Luftbefeuchtern überprüfen und einstellen
  • Für ausreichende Belüftung sorgen
  • Raumlufttechnische Anlage entsprechend einstellen, regelmäßig prüfen und warten, gegebenenfalls instand setzen
   Nein
8. Äußern die Beschäftigten Beschwerden hinsichtlich trockener Luft?1
   Ja

Maßnahmen:
  • Beschäftigte auf ausreichendes Trinken hinweisen
  • Beschäftigte über das Phänomen der trockenen Luft im Winter informieren
  • sofern Luftbefeuchter eingesetzt werden sollen, geeignete Luftbefeuchter auswählen, z. B. mit DGUV Test
    (Prüf- und Zertifizierungssystem der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung)
  • Betriebsärztin oder Betriebsarzt hinzuziehen
   Nein
Luftgeschwindigkeit
9. Klagen die Beschäftigten über Zugluft?
   Ja

Maßnahmen:
  • Verringerung oder Vermeidung von Zugluft, z. B. offene Fenster und Türen schließen, turbulenzarme Luftführung
  • Raumlufttechnische Anlagen entsprechend einstellen, gegebenenfalls prüfen und instand setzen
  • Arbeitsplatz aus dem Zugluftbereich versetzen
  • Verwendung von Blenden zum örtlichen Schutz vor Zugluft
Weitergehende Untersuchungen:
Fachleute hinzuziehen, um zu prüfen, ob
  • der Austausch von Fenstern,
  • bautechnische Veränderungen im Raum oder am Gebäude,
  • oder andere Maßnahmen sinnvoll sind, um die Zugluft nachhaltig zu vermeiden.
   Nein
Luftqualität
10. Wird die Luft im Arbeitsraum als schlecht oder stickig empfunden?
   Ja

Maßnahmen: (siehe Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 Lüftung):
  • Fensterlüftung durchführen (Stoßlüftung, z. B. stündlich, oder kontinuierliche Lüftung je nach Fensteröffnung) oder
  • Raumlufttechnische Anlage entsprechend einstellen
Weitergehende Untersuchungen:
Sind die anwesenden Personen die bestimmende Ursache für Stofflasten im Raum, ist die CO2-Konzentration ein
anerkanntes Maß für die Bewertung der Luftqualität (bis 1000 ppm keine Maßnahmen notwendig, 1000–2000 ppm
Lüftung verbessern, > 2000 ppm weitergehende Maßnahmen notwendig)
   Nein

1 In den Wintermonaten/der Heizperiode kann es auch zu Werten der relativen Luftfeuchte von weniger als 30 % kommen. Dies muss nicht negativ bewertet werden, weil trockene Luft im Allgemeinen nicht zu gesundheitlichen Problemen führt. Jedoch sind Sekundäreffekte wie statische Aufladung oder das längere Verweilen von Staub in der Luft möglich. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig für die Gesunderhaltung und das persönliche Wohlbefinden. Dadurch wird auch die natürliche Regulation der Schleimhautbefeuchtung unterstützt.