Anhang 6:
Fragebogen "Belastung der Raumluft an Büroarbeitsplätzen und ähnlichen Arbeitsplätzen"

Dieser Fragebogen ist eine Hilfestellung zur Beurteilung der Belastung der Raumluft an Büroarbeitsplätzen und ähnlichen Arbeitsplätzen. Falls eine oder mehrere Fragen mit "Ja" beantwortet werden, können die beispielhaft aufgeführten Maßnahmen durchgeführt werden. Reichen diese nicht aus, sind weitergehende Untersuchungen durch Fachleute (siehe Abschnitt 3, Stufe 2) durchzuführen.

Für die weitergehenden Untersuchungen kann der Report "Innenraumarbeitsplätze – Vorgehensempfehlung für die Ermittlungen zum Arbeitsumfeld" angewandt werden. Hier werden Verfahren zur Ermittlung und Beurteilung aller Einwirkungen auf Innenraumarbeitsplätze ausführlich beschrieben. Nicht nur Belastungen der Raumluft durch chemische oder biologische Einwirkungen führen zu Beanspruchungen an Innenraumarbeitsplätzen, die sich durch Symptome wie z. B. trockene oder juckende Augen, Reizungen der Schleimhäute oder Kopfschmerzen äußern können. Es sollten auch weitere Einwirkungen berücksichtigt werden, z. B. Beleuchtung, einseitige Bildschirmarbeit, Lärm.


Belastungen der Raumluft an Büroarbeitsplätzen und ähnlichen Arbeitsplätzen
1. Wurden im Arbeitsbereich im letzten halben Jahr Renovierungsmaßnahmen durchgeführt?
Ja

Maßnahmen:
  • bei Auftreten von Gerüchen sollte der Raum über einen längeren Zeitraum intensiver gelüftet werden. Das angepasstes Lüftungskonzept mit einem verstärkten Luftwechsel sollte auch an den Wochenenden und ggf. nachts angewandt werden.
Weitergehende Untersuchungen:
  • Ermittlung der Quelle des Geruchs
  • Ermittlung möglicher Stofflasten durch Technische Datenblätter und Produktdatenblätter
  • Können keine Quellen gefunden werden, sollten Fachleute hinzu gezogen werden
Nein
2. Befinden sich Maschinen oder Geräte im Arbeitsbereich, von denen Gerüche ausgehen?
Ja

Maßnahmen:
  • falls möglich, sollten die Maschinen und Geräte aus dem Arbeitsbereich ausgelagert werden
Weitergehende Untersuchungen:
  • Ermittlung der Quelle des Geruchs
  • Ermittlung möglicher Stofflasten durch Technische Datenblätter und Produktdatenblätter
  • Können keine Quellen gefunden werden, sollten Fachleute hinzu gezogen werden
Nein
3. Werden über mehr als die Hälfte der Arbeitszeit sonstige unangenehme Gerüche im Arbeitsbereich wahrgenommen?
Ja

Maßnahmen:
  • Lüftungskonzept anpassen: Häufigeres Lüften des Arbeitsbereiches
  • Bekannte Geruchsquellen wenn möglich beseitigen
Weitergehende Untersuchungen:
  • Ermittlung der Quelle des Geruchs (mögliche Quellen z. B. Gebäude, Reinigungsmittel, Personen,
  • Ausstattung des Arbeitsplatzes, Pflanzen, Mülleimer, Teeküche)
  • Können keine Quellen gefunden werden, sollten Fachleute hinzugezogen werden
  • ggf. Untersuchung der Raumluft auf Kohlendioxid (als Indikator der Luftqualität) oder auf weitere Stofflasten
Nein
4. Treten Beschwerden an den Atemwegen oder der Haut auf, die bei längerer Abwesenheit vom Arbeitsplatz zurückgehen?
Ja

Weitergehende Untersuchungen:
  • Betriebsärztin oder -arzt hinzuziehen. Potenzielle Allergene am Arbeitsplatz ermitteln, z. B. Pflanzen oder Ausdünstungen von Einrichtungsgegenständen, insbesondere nach Renovierungsarbeiten. Es sollte ermittelt werden, ob es sich bei den Betroffenen um Personen mit bekannten Allergien handelt. Auch anwesende Personen berücksichtigen, die z. B. Kontakt zu Haustieren haben.
  • Untersuchung des Raumklimas (siehe Anhang 1)
  • Anwenden von weitergehenden Fragebögen, z. B. IAQ Fragebogen | DGUV Publikationen
    (IAQ: Indoor Air Quality)
  • ggf. Untersuchung der Raumluft auf Kohlendioxid (als Indikator der Luftqualität) oder auf weitere Stofflasten
Nein
5. Treten Beschwerden an den Augen auf, die bei längerer Abwesenheit vom Arbeitsplatz zurückgehen?
Ja

Weitergehende Untersuchungen:
  • Betriebsärztin oder -arzt hinzuziehen
  • Überprüfung der ergonomischen Gestaltung des Arbeitsplatzes
  • Untersuchung des Raumklimas (siehe Anhang 1)
  • ggf. Untersuchung der Raumluft auf Kohlendioxid (als Indikator der Luftqualität) oder auf weitere Stofflasten
  • Ermittlung und Beseitigung der Quelle bzw. Minderung der Ursache
Nein
6. Wird die Luft im Arbeitsraum als schlecht oder stickig empfunden?
Ja

Maßnahmen:
  • Lüftungskonzept anpassen: Häufigeres Lüften des Arbeitsbereiches. Die Empfehlung der ASR A3.6, den Büroraum jahreszeitlich angepasst mindestens einmal in der Stunde mittels Stoßlüftung zu lüften, sollte eingehalten werden. Seminarräume sind alle 20 Minuten zu lüften.
Weitergehende Untersuchungen:
  • Prüfung der raumlufttechnischen Anlage (falls vorhanden)
  • Überprüfung der Wirksamkeit des Lüftungskonzeptes, z. B. mittels Messung von Kohlendioxid in der Raumluft
Nein
7. Sind Auffälligkeiten wie Flecken an Decken, Wänden oder in der Nähe von Fenstern zu beobachten, die auf den Befall von Schimmelpilzen hindeuten?
Ja

Maßnahmen:
  • Je nach Größe des Schimmelpilzbefalls diesen fachgerecht beseitigen (kleiner Befall: sichtbare Fläche < 0,5 m2) bzw. größere Flächen durch eine Fachfirma beseitigen lassen. Anschließend gründliche Reinigung des Raumes.
  • Handelt es sich um Salzausblühungen oder andere Verfärbungen, die auf einen Wasserschaden hindeuten, sollte geprüft werden, ob ein Wasserschaden vorliegt. Ggf. Fachleute hinzuziehen.
Weitergehende Untersuchungen:
  • Ermittlung und Beseitigung oder Minderung der Ursache des Befalls
  • ggf. Einleitung von umfangreichen Sanierungsmaßnahmen unter Hinzuziehung von Sachverständigen
Nein
8. Ist Schimmelbildung z. B. auf Blumenerde oder in Mülleimern sichtbar?
Ja

Maßnahmen:
  • Austausch der Blumenerde: Umtopfen möglichst im Freien
  • angepasste Pflege der Pflanzen
  • Müll aus Mülleimern entfernen
Nein
9. Werden Verdunstungsgefäße, Zimmerbrunnen o. Ä. im Arbeitsbereich eingesetzt?
Ja

Maßnahmen:
  • Beschäftigte über geringe Wirksamkeit aufklären und Verdunstungsgefäße etc. entfernen
Nein
10. Werden Kompaktluftbefeuchter im Arbeitsbereich eingesetzt?
Ja

Maßnahmen:
  • regelmäßige Reinigung, Wartung und Instandhaltung gemäß der Bedienungsanleitung durchführen
Nein